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Voodoo-Magie
Voodoo für Anfänger:
Alle Gottheiten des Voodoo aufzuführen, würde bedeuten, ich schreibe
einen Aufsatz... also beschränke ich mich auf die für Euch wissenswerten.
Voodoozauber oder Heilung funktioniert über die Anrufung der Loa (Geister). Diese
sind teilweise Gottheiten aber nicht mit den Göttern zu verwechseln. Zwar wird Loa
mit Gott übersetzt, korrekt sollte es aber Geist oder Dämon heißen.
Desweiteren zu beachten sind die Toten, auch ihnen müssen Opfer gebracht werden,
weil sie im Voodooglauben Einfluß auf die Lebenden haben. Grob einteilen kann
man die Loa in - loa petro (Rache Geister, töten aus reiner Bosheit) - loa rada (Gute
Geister, verursachen Schaden nur, um einen Schuldigen zu strafen).
Um die Loa anzurufen, wird von allen Beteiligten ein Kreis gebildet und nach allen vier
Himmelsrichtungen ein Wasseropfer dargebracht. Zum Schluß betritt der Priester
den Kreis, opfert Wasser vor dem Kreis und zieht eine Wasserspur nach. Dadurch werden
die Geister aufgefordert, einzutreten und sich zu offenbahren.
Für Schadenszauber werden die loa petro angerufen, am besten die jenigen, deren
Name mit "rot Auge" endet. (Rotauge = Werwolf = Dämon)
Der anzurufende Loa ist einem Nanchon zugehörig, dessen Emblem (vèvè) bei der
Zeremonie auf den Boden gemalt wird. Hierzu verwenden die Haitianer Getreidemehl,
Kaffeesatz, Ziegelstaub oder geriebene Baumrinde.
Der Priester der Zeremonie nimmt eine Brise Pulver zwischen die Finger und
läßt es in einer dünnen Spur auf den Boden rieseln. Mit dem
Pulver wird dann der entsprechende vèvè auf den Boden gemalt. Während
dieser Handlung singen oder sprechen die anderen Teilnehmer eine Formel.
Nachdem der vèvè fertig ist, wird er geweiht. Dazu werden kleine Mengen getrockneter
Mais oder andere getrocknete Nahrungsmittel darauf gelegt. Dann wird das vèvè begossen,
mit Acassan (einem Gemisch aus Cola, Rum, Mehl und Maisstärke). Dieses wird dreimal
vollzogen, danach eine Kerze entzündet und auf den vèvè gestellt. Zum Schluß
gießt der Priester Wasser auf die Zeichnung.
Die Zeichnung haben magischen Charakter, denn der Priester übt dadurch Zwang
auf die Loa aus und nötigt sie, sich zu offenbaren.
Kein Voodooritual ohne Opfer. Das Opfer kann aber auch aus Nahrung vegetarischer
Herkunft bestehen! Das Tieropfer soll zwar stärkere Kräfte freisetzen,
wird aber bei vielen Zeremonien weggelassen und durch vegetarische Opfergaben
ersetzt.
Die Tötung eines Tieres setzt nach Voodooglauben die in ihm konzentrierten heiligen
Kräfte frei. Hühner sind "Pflicht" und je nach "Grad" des loas werden auch
Ziegen, Stiere und bei loa petros auch Schweine geopfert.
Schwarze Schweine sind den loa petro geweiht. Nach Möglichkeit sollten die Fell
oder Federfarben des Opfertieres mit der Farbe der loa übereinstimmen. (schwarz
oder fuchsrot für die Petro)
Der Priester, der die Opferung vornimmt, muß am Abend vor dem Ritual baden und
zwar nicht in Wasser sondern in Milch, die mit Zimt, Stern-Anis, Rosen, Jasmin und
Anisblätter. Dann nimmt er ein Dampfbad in benzoegetränktem Weihrauch. Er
darf sich nicht mit einem Tuch trocknen, sonder muß die Milch am Körper trocknen
lassen. Alle Teilnehmer müssen vor der Zeremonie absolute sexuelle Abstinenz üben!
Das präparieren des Opfertiers: Zunächst wird das Tier gereinigt. Kopf, Pfoten
manchmal nur die Pfoten, werden mit parfümiertem Wasser gereinigt. Dann mit einem
sauberen Tuch getrocknet und später parfümiert und gepudert.
Dann wird es mit Kreuzen bemalt (Maismehl und Rum mischen bis es Brei wird). Das Tier
muß vor seiner Tötung heilige Speisen und Getränke zu sich genommen
haben. Verweigert es die Speisen oder den Trank, dann verweigert es seinen Tod und der
Loa wird es nicht akzeptieren. Ein anderes Opfertier muß dann gefunden werden.
Wenn das Tier gegessen und getrunken hat, hat der Loa es angenommen, es ist nun sein Eigentum.
Üblicherweise ergreift der Loa nun auch von einigen der Anwesenden Besitz. Sie
sind von ihm Besessen. Das Opfertier wird von dem Opfernden im Kreis herum getragen.
Er versucht, dem Tier so nahe wie möglich zu sein. Das Tier wird in alle vier
Himmelsrichtungen gehoben, dann werden ihm erneut Speisen angeboten, die der Opfernde
dem Tier entreißt. Er kniet nieder, dem Tier wird die Kehle durchtrennt und dem
Opfernden ein Kreuz mit dem Blut auf die Stirn gemalt. Öl, Rum und Wein werden
dem Opfernden über die Haare gegossen, die Wimpern werden mit Mehl bestäubt
und der Opfernde bekommt drei Schluck von dem Blut des Opfertieres zu trinken. Das
restliche Blut des Opfertieres wird mit Zimt, Zucker, Stern-Anis, Muskatnuss und anderen
Gewürzen vermengt und jeder Teilnehmer der Zeremonie bekommt einen Löffel davon.
Dann legt man das Opfertier auf den vèvè des loas und zeichnet erneut ein Kreuz. Die
Anwesenden opfern dem Loa Geld, das wird später mit den anderen Opfergaben vergraben.
Das Opfertier wird dann gekocht. Die für die Loa bestimmten Stücke werden auf dem
Altar ausgelegt und später in einer Grube, zusammen mit den anderen Opfern vergraben.
Oder in die vier Himmelsrichtungen zerstreut.
Die Knochen sollten nicht verletzt werden, sie werden getrennt beerdigt.
- Allgemeines über Voodoo
- Voodoo Puppenzauber
Hier kann alles zum Thema Voodoo besprochen werden!
Siehe auch: Quellen unseres Wissens...
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