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Tarotkarten

Der Gebrauch der Tarotkarten gehört zu den interessantesten und beliebtesten okkulten Praktiken. Die meisten Leute kennen diese Karten wohl als Vorläufer der normalen Spielkarten und wissen, dass sie von den Zigeunern zu divinatorischen Zwecken eingesetzt wurden. Doch die meisten Legenden über die Tarotkarten sind falsch. Mit Sicherheit sind sie nicht von den Zigeunern im europäischen Mittelalter erfunden worden, da man weiß, dass es die Karten schon 100 Jahre vor Ankunft der Zigeuner in Italien gab. Sie stammen auch nicht aus dem alten Ägypten. Diese Legende ist Teil der romantischen Verklärung von "untergegangenen Kulturen". Irrt 18. und 19. Jahrhundert blickte man sehnsuchtsvoll auf ein "Goldenes Zeitalter" und dessen geheime, esoterische Weisheiten zurück und stellte sich fiktive oder symbolische Örtlichkeiten vor, wie etwa die Initiationskammern in den Großen Pyramiden, Atlantis oder Mu.

Antoine Court de Gebelin, ein französischer Theologe, war für einige der frühen Märchen über Tarot verantwortlich. In seinem Buch Le Monde Primitif behauptete er ohne jegliche Beweise, der Tarot sei Teil der ägyptischen Verehrung des Thot und die Karten seien eine bildliche Darstellung des geheimen Wissens der Adepten im alten Ägypten. Von besonderer Bedeutung war die Zahl Sieben - es gibt 22 Tarot Karten, sie bilden die große Arkana: drei mal sieben plus "der Narr" mit der Nummer null. Außerdem gibt es vier Farben, die jeweils aus zwei mal sieben Karten bestehen. Gebelin behauptete auch, das Wort Tarot stamme aus dem Ägyptischen und bedeute "königlicher Pfad des Lebens". Seiner Meinung nach sind die Karten ein wichtiges okkultes Werkzeug zur bewusstseinsmäßigen Transformation des Menschen.

Seine Vermutungen wurden von Alliette, einem Pariser Perückenmacher oder - nach anderen Angaben - Mathematikprofessor weitergeführt. Alliette, der als Autor das Pseudonym Etteilla (sein tatsächlicher Name, rückwärts buchstabiert) benutzte, erklärte, der Tarot sei 171 Jahre nach der Sintflut von 17 Magiern geschaffen worden. In seinem Zimmer im Hotel de Crillon in Paris pflegte er auch das Schicksal seiner Genossen in der Zeit der Französischen Revolution aus den Tarot-Karten zu lesen.

Der nächste Tarot-Theoretiker, der vielleicht mehr als alle anderen den modernen Okkultismus beeinflußt hat, war Eliphas Lévi, ein katholischer Priester, Grafiker und politischer Satiriker. Er war fasziniert von der Kabbala und ihren zehn Bewusstseinsstufen. Lévi machte die brillante Entdeckung, daß die 22 Tarotkarten als symbolische Pfade zu diesen Bewusstseinsstufen führen und ihnen auch symbolisch zugeordnet werden können. Beim Baum des Lebens gibt es ebenfalls 22 Verbindungen zwischen den zehn Stufen oder Sephiroth. Somit ist der Tarot eine wichtige Darstellung der Bilder des mystischen Bewußtseins.

Lévis Arbeit wurde von Gérard Encausse (auch Papus genannt) erweitert, der ebenfalls Kommentare zu der Verbindung zwischen Tarot und der Kabbala und vor allem zu den 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets verfasste.

Auch auf den Hermetischen Orden der Goldenen Dämmerung übte Lévi starken Einfluss aus. A. E. Waite, dessen Tarotkarten Rider-Pack sehr beliebt sind, übersetzte eine Reihe von Lévis Büchern ins Englische, so auch Histoire de la Magie, und betrachtete ihn als den bedeutendsten Magus aller Zeiten. Aleister Crowley glaubte sogar, eine Reinkarnation von Lévi zu sein, und verfasste auf der Grundlage von Lévis Werken sein Tarotbuch The Book of Thoth.

Die Mitglieder der Goldenen Dämmerung benutzten die Tarotkarten weniger zu divinatorischen Zwecken, sondern als Pfade in das Unbewusste, und hier liegen zweifellos auch die eigentlichen Anwendungsmöglichkeiten. Jede Karte kann man sich als einen Eingang vorstellen, durch den der Magier in seiner Vorstellung hindurchschreitet und dann symbolische sowie mystische Visionen zu dem imaginierten Baum des Lebens erhalten kann.

Siehe auch: Weiter zur Bedeutung der Tarotkarten...
Schaut auch mal hier: Architektrix - die Website zum Thema "Thoth-Tarot" und mehr...

Siehe auch: Quellen unseres Wissens...

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