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Swastika

Die Swastika wurde seit jeher als mystisches und auch magisches Symbol verwendet. Leider ist es in der deutschen Geschichte in Verruf geraten. Hier eine kleine geschichtliche Zusammenfassung:

Die Swastika, auch Sonnenrad genannt, ist eines der ältesten und am weitesten verbreiteten Symbole, das in nahezu allen Kulturkreisen anzutreffen ist. So kommt es z. B. in der keltischen Kunst in Form von vier swastikaartig miteinander verschlungenen Körpern vor und ebenso auf mesopotamischer Keramik als abstraktes Ornament.



Swastiken erscheinen bereits um 10.000 vor Christus in der Ukraine als Schnitzereien auf Mammutstoßzähnen. Swastiken finden sich auf den ältesten indischen und chinesischen Münzen. In Persien, Kleinasien und Griechenland wurde die Swastika als Symbol der axis mundi (lat. "Weltachse") auf Münzen geprägt. Auf einer böotischen Amphore aus dem siebten vorchristlichen Jahrhundert erschien die Swastika als heiliges Zeichen der Göttin Artemis. Das Symbol stand auch für viele andere Gottheiten von Island bis Japan und von Skandinavien bis Nordafrika. Bereits vor dem 13. Vorchristlichen Jahrhundert wurde es in Troja und Mykene häufig verwendet.



Die Grundstruktur setzt sich zusammen aus Kreis und Kreuz. Die vier gleichen Schenkel des Kreuzes treffen sich im Kreismittelpunkt und weisen mit ihren abgewinkelten Achsen in die vier Himmelsrichtungen, wobei es sowohl nach links als auch nach rechts gewandte Swastiken gibt. Damit hat das Symbol sowohl etwas mit der Orientierung im Raum zu tun, als auch mit Dynamik, Bewegung und immerwährender Regeneration. Der Mensch befindet sich symbolisch sozusagen im Mittelpunkt, an einem bestimmten Ort und ist eingebunden in den Prozeß sich wandelnder Jahreszeiten, Elemente und Zeitabschnitte. Oft erscheint das Zeichen auch stellvertretend für das Rad - auch das Rad der buddhistischen Lehre, vor dem der meditierende Buddha thront.

Gerade im asiatischen Kulturkreis ist das Sonnenrad seit jeher auf Schritt und Tritt - vor allem an Haustüren - anzutreffen, markiert also ein bestimmtes Haus innerhalb eines Gebietes. Der Begriff Swastika" (auch Swastika) ist altindischen Ursprungs und setzt sich aus den Sanskrit-Silben "su" (= gut) und "asti" (= seiend) zusammen. "Svasti" heißt Glück, Heil. Auch auf der begrifflichen Ebene weist die ethymologische Bedeutung auf die universalkosmischen, omnipotenten Lebensprinzipien hin, die in diesem Symbol visuell zum Ausdruck kommen. Das Sanskrit-Wort swastika bedeutet "so sei es" oder "amen". In Japan ist die Swastika das Zeichen für die Zahl 10.000; weil dies für japanische Weise die größte überhaupt denkbare Zahl war, hatte die Swastika auch die Bedeutung "unendliche Größe" oder "Unendlichkeit". Es gibt zwei Grundtypen von Swastiken: die nach links weisende Mond-Swastika und die nach rechts weisende Sonnen-Swastika. Die Mond-Swastika war natürlich mit dem Pfad der linken Hand der Göttin, die Sonnen-Swastika mit der rechten Hand des Gottes verbunden. Für die Hindus repräsentierte die Sonnen-Swastika den Gott Ganesha, den "Herrn der Heerscharen", die Mond-Swastika hingegen dessen jungfräuliche Braut, Kali-Maya, die Mutter Buddhas. Als Reinkarnation seines göttlichen Vaters zeigte Buddha das Zeichen des Kreuzes an beiden Armen. Die tibetischen Buddhisten sagten, die Swastika rechter Hand stehe für den Erlöser, die Swastika linker Hand hingegen bedeute "Hexerei" oder aber auch die "Magie" der Mutter Maya. Die weibliche Mond-Swastika erhielt den Namen sawastika und bezeichnete die herbstliche Jahreshälfte, in der die Kraft der Sonne abnahm, die männliche Swastika stand für das Frühlingshalbjahr mit der stärker werdenden Sonne. Da die weibliche sawastika nicht nur für die tiefer stehende, sterbende Sonne, sondern auch für deren Auferstehung, stand sie mitunter auch für Wiedergeburt. Die linkläufige Swastika ist das Symbol eines schaffenden, wirkenden Leben,nur daß hier das Leben außerhalb irdischer Gegebenheiten gemeint ist. Die Kraft des Lebens richtet sich bereits auf geistige Dinge und erfährt im Ur, im Ort der Sammlung und der Reife,Vollendung und Erfüllung.



In Japan trug der neugeborene Amida, "der Buddha des unermesslichen Lichtes", eine linksläufige Swastika auf der Brust eingeritzt. Eine vergleichbare linksläufige Swastika war der Hammer, der als Zeichen des Thor auf altnordischen Münzen geprägt wurde. Thor war einer der Götter, die aus dem alten Troja stammen sollen; trojanische Abbildungen der Großen Göttin zeigten auf ihrem Bauch eine Swastika in einem weiblichen Dreieck und deuteten so auf den in ihrem Bauch verborgenen Gott hin, der seiner nächsten Wiedergeburt entgegenharrte. Die frühen Christen übernahmen die Swastika als Symbol Christi und nannten sie crux dissimuluta (verkleidetes Kreuz). Dieses Kreuz wurde auch crux gammata, gammadion oder Gamma-Kreuz genannt, weil es den griechischen Buchstaben Gamma in vierfacher Wiederholung zeigt. Bei den Angelsachsen hieß es fylfot; dieses Wort lässt sich sowohl mit "Vier-Fuß" als auch mit "Füll-Fuß" übersetzen - im ersten Fall bezieht es sich auf die vier himmlischen Säulen an den vier Enden der Erde; im zweiten Fall spielt es auf den christlichen Brauch an, den Fuß eines Kirchenfensters mit fylfot-Ornamenten auszufüllen. In alten dänischen Kirchen war die Swastika üblicherweise als Verzierung des Taufbeckens zu finden. Auf mittelalterlichen Wappen erschien sie auch häufig als croix gammé oder croix cramponneé. Dennoch konnten die Ritter, die die Swastika auf ihrem Schild führten, nicht sicher sein, ob das Zeichen für das Kreuz des Christus oder für das Kreuz des Thor stand, das von Deutschland bis hinauf zu den skandinavischen Siedlungen in Lincolnshire und Yorkshire (England) verehrt wurde.

Da die Swastika ein einfaches Symbol ist, wurde es, vielleicht unabhängig voneinander, von vielen menschlichen Gesellschaften verwendet. Eines der ältesten bekannten Swastika wurde in einer steinzeitlichen Höhle vor mindestens 10'000 Jahren gemalt. Das Swastika wird heute noch weit und breit im Buddhismus, Jainismus und Hinduismus verwendet. Im Jainismus schildert es ihren siebten Heiligen, und die vier Arme sollen den Anbetenden an die vier möglichen Orte der Wiedergeburt erinnern; die Tier- oder Pflanzenwelt, in der Hölle, auf Erden oder in der Geisterwelt. Bei den Hindus heisst das Swastika mit den Armen nach links Sathio oder Sauvastika, welches die Nacht, Magie, Reinheit und die zerstörerische Göttin Kali symbolisiert. In beiden Religionen, Hinduismus und Janaismus, wird das Swastika oder Sathio zum bezeichnen der Anfangsseiten der Erzählungen, zum bezeichnen von Schwellen, Türen und Angeboten.

In Indien werden beide Arten von Swastiken, im und gegen den Uhrzeigersinn, verwendet, welche jeweils eine andere Bedeutung haben. Da es in Indien ein beliebtes Symbol des hinduistischen Elefantengottes Ganesha ist, kann man davon ausgehen, dass es mindestens 2.500 Jahre alt ist und vermutlich von den persischen Veden, den eigentlichen Ariern, nach Indien gebracht wurde. Ganesha verkörpert den Erfolg in allen Arbeiten, schenkt Wohltaten und das Glück, und so wird auch das Swastika im Hinduismus verstanden: als Symbol des Glücks und der yogisch-mystischen Kraft. Auch den Buddhisten ist dieses Symbol heilig. Es steht auch hier für die yogische Kraft zur Überwindung von Hindernissen, die Ermächtigung des heilenden Geistes, für Glück und Erleuchtung, auch für Sonne. Schließlich ist der Buddhismus mit dem Hinduismus und der Vedanta (Philosophie des Absoluten, Lehre der Veden) verwandt. Man findet dieses Symbol in Indien an viele Häuser gemalt, um das Glück in dieses Haus hineinzuziehen und in jeder Hinsicht erfolgreich zu sein. Das rechtsdrehende Swastika symbolisiert also Glück, oder anders ausgedrückt das Heil.

Als in China vor ungefähr 2000 Jahre der Buddhismus eingeführt wurde, übernahmen die Chinesen auch das Swastika und seine Bedeutung als Symbol des Glücks. In China wurde das Swastika auch als Chinesisches Schriftzeichen betrachtet, gelesen wird es WAN (in Mandarin)". Es wird auch mit einem andere Chinesischen Zeichen für gleichwertig betrachtet, das die gleiche Aussprache hat und "zehntausend; eine grosse Zahl; alle(s)" bedeutet.



Gemäss Joe Hofler, welcher sich wiederum auf Dr. Kumbari vom Urumqi-Museum in Xinjiang, China, bezieht, reisten die Indo-Arier der deutschen Abstammung um 2000 v. Chr. durch Europa und brachten das "swastika" Symbol (Sonnenscheibe) ihrer damalige religiösen Kunst mit sich, wie Ausgrabungen Kurgan'scher Gräber in den Steppen Russlands und Indo-Arischer Gräber in Xinjiang, China, ergaben.

In Griechenland, dem antiken Kreta und dem antiken Troja wurde das Swastika weitgehend als dekoratives Element benutzt. In Israel kann man das Swastika als dekoratives Element in alten Synagogen finden.



In Amerika wurde das Swastika von Eingeborenen in Nord-, Zentral- und Südamerika benutzt. Das Swastika ist auch in der Kunst der Maya- und Azteken-Kultur zu finden. In Nordamerika war das Swastika ein Symbol, das von den Navajos, den Tennessee und den Ohio-Indianern auf Grabhügeln verwendet wurde. (Hopewell Mound)

In Europa wurde es in den Katakomben Roms (siehe Crux Dissimulata), als Stickereien auf christlicher Kleidung (8. und 9. Jh., anglikanische Kirche) gefunden. Es war in germanischen Stämmen als das "Kreuz des Thor" bekannt. Als "Kreuz des Thor" wurde das Symbol von Einwanderern aus Skandinavien sogar bis nach Lincolnshire und Yorkshire in England gebracht. Das traditionell in Nordeuropa schon immer verehrte Speichenrad wurde in romano-keltischer Zeit zum Symbol für die Sonne und die Sonnengötter. Die kleinen Nachbildungen, die in Gräbern gefunden wurden, waren wohl Grabbeigaben für die Toten, um ihnen auf ihrer Reise in die Anderswelt Licht zu spenden. Die Swastika ist bei Ausgrabungen in Siebenbürgen aus Zeiten gefunden worden, die ca. 1000 Jahre älter sind als die ältesten derartigen Funde in Mesopotamien.

In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts übernahmen die Nationalsozialisten von ihren Vorläuferorganisationen die Form der Swastika und verwendeten das sogenannte "Hakenkreuz" als poiltisches Symbol und Parteiabzeichen, weil sie davon ausgingen, dass es ein rein "arisches" Zeichen sei. Eine Variante der Swastika war für lange Zeit das Zeichen des alten Femegerichtes (von Vheme, Bestrafung), das im Mittelalter als Ziviltribunal zur Verfolgung von Ketzern eingerichtet wurde und sich später mit der Inquisition zusammenschloss. Die Aktivitäten des Femegerichtes wurden geheimgehalten; noch zur Zeit Napoleons gab es die Femegerichte in Form von Geheimgesellschaften, die im Schnellverfahren Verräter und politische Gegner hinrichteten - wie etwas die sizilianische Schwarze Hand. Aus diesen Femegerichten gingen im frühen 20. Jahrhundert in Deutschland und Österreich ausgesprochen antisemitische Geheimgesellschaften hervor - die Vorläufer der Nationalsozialisten.

"Die Swastika bedeutet so viel mehr als das, was die Nazis eigentlich geplant hatten. Das Swastika existierte als ein Zeichen des Glücks schon tausende von Jahren, bevor die Nazis überhaupt existierten. Das Symbol ist für viele Kulturen ein Wichtiges, da es deren Geschichte und Glauben repräsentiert. Die Nazis löschten jene Bedeutung dieses uralten Symbols aus, indem sie es missbrauchten. Heutzutage ist das Swastika für die meisten Menschen ein Symbol des Bösen, ein Symbol des Todes und ein Symbol der Zerstörung. Es ist enorm deprimierend zu sehen, dass, obwohl das Swastika ein Symbol des Lebens und ein Symbol der Freude ist, es zu einem Symbol des Bösen gemacht wurde, was etwas ist, das die Menschen der antiken Welt niemals vorgehabt hatten." von Chirag Badlani

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