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Bibliothek einer Hexe
Hexen und Hexenmeister waren nach landläufiger Ansicht ganz normale Menschen und
konnten also nicht, wie überirdische Wesen, Götter, Feen und Geister ohne jegliches
Hilfsmittel zaubern. Sie benötigten einen Zauberstab, einen Zaubertrank, bestimmte Kräuter,
und natürlich bedurften sie auch eines Lehrmeisters oder einer Lehrmeisterin, von dem oder der
sie ihre Künste lernten.
Die mündliche Überlieferung geheimer Rezepte und Fertigkeiten ist in entlegenen Teilen
der Welt immer noch gang und gäbe und als die eigentlich "richtige" Methode des Lehrers
anzusehen, zumal früher ohnehin die wenigsten lesen und schreiben konnten - mit Sicherheit
jedenfalls nicht Hirten, Kräuterweiblein und sonstige Landbewohner, die sich mit unorthodoxen
Heilmethoden und Zaubereien befassten.
Dennoch kamen im späten Mittelalter und gar bis ins neunzehnte Jahrhundert eine ganze Reihe
von Schriften in den Ruch von Zauberbüchern, aus denen die Hexen und Hexenmeister ihr Wissen
bezogen. Im stillen Kämmerlein studierten sie, wie man glaubte, die verschiedenen Rezepte
und probierten sie im Geheimen aus. Dadurch entstanden dann angeblich Geister, Homunkuli, dienstbare
Zauberhunde und alles nur erdenklich sonstige Teufelswerk.
Besonders berühmt war und ist in diesem Zusammenhang das ´Sechste und Siebte Buch Moses'; selbst
heute noch wird es - sofern man es überhaupt findet - nur an Erwachsene verkauft. Gleichfalls
als Zauberschriften galten manche Bücher des
Paracelsus, in denen etwa erklärt
wurde, wie man den Stein der Weisen erhalten könne, sowie die des
Agrippa von Nettesheim.
Quelle: Kleines Lexikon des Hexenwesens
Siehe auch: Quellen unseres Wissens...
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