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Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim

Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim (1486-1535) galt, wie etwa auch Paracelsus, als Schwarzmagier und Hexenmeister. Er studierte in Köln Jura und Medizin und befasse sich daneben intensiv mit der kabbalistischen Philosophie und mit Magie.

Mit zwanzig Jahren gründete er eine Gesellschaft für das Studium und die praktische Anwendung der Geheimwissenschaften und geriet deshalb - und allgemein wegen seiner ketzerischen Ansichten - mit der Geistlichkeit in Konflikt. In der Folge führte er ein unstetes Leben, in dessen Verlauf er weite Teile Europas bereiste und einer ganzen Reihe unterschiedlicher Berufe nachging: So war er Gelehrter, kaiserlicher Hauptmann, Ritter, Leibarzt, Beamter, Archivar und Historiograph.

Bereits in seiner Jugend verfasste er das Werk, das heutzutage am ehesten mit seinem Namen verknüpft wird: `De occulta philosophia' (Von der okkulten Philosophie), das er allerdings erst sehr viel später veröffentlichte. Darin bemühte er sich, alte magische Praktiken darzustellen und in ein umfassendes Weltbild zu integrieren. Magie besteht nach Agrippa darin, sich in den Besitz der Kräfte der höheren Welt zu setzen und durch sie die niedere Welt zu beherrschen.

Agrippas Lehren, sein ungewöhnliches Leben und seine Suche nach dem Stein der Weisen genügten vollauf, um ihm beim einfachen Volk den Ruf eines Hexemeisters einzubringen, und schon bald erzählte man sich allerlei haarsträubende Geschichten über ihn. So wird etwa berichtet, einmal sei während seiner Abwesenheit ein junger in sein Arbeitszimmer eingelassen worden. Auf Agrippas Tisch lag ein aufgeschlagenes Buch mit Zaubersprüchen, und aus Langeweile begann der junge Mann, laut daraus vorzulesen. Plötzlich stand ein Geist im Zimmer und fragte, warum er gerufen worden sei. Als der junge Mann vor lauter Entsetzen kein Wort herausbrachte, erwürgte ihn der Geist.

Als Agrippa nach Hause kam, sah er die Leiche. Da wusste er, daß die Behörden ihn bei Entdeckung eines Toten des Mordes anklagen würden, zitierte er den schuldigen Geist herbei und ließ ihn den jungen Mann kurzzeitig wieder zum Leben erwecken. Daraufhin schickte er die lebendige Leiche auf den Marktplatz, wo sie zusammenbrach und - scheinbar - eines natürlichen Todes starb. Bei der Untersuchung aber bemerkte man die Würgemale, und wieder einmal musste Agrippa fliehen.

Bestärkt wurde die Ansicht, Agrippa stehe mit dem Teufel im Bunde, auch durch eine für die damalige Zeit äußerst ungewöhnliche Tat. Er setzte sich nämlich im Jahre 1519 dafür ein, daß eine Frau, die von betrunkenen Bauern vor einem Mönch verleumdet und daraufhin von diesem der Hexerei angeklagt worden war, vor dem Scheiterhaufen bewahrt blieb. Er wandte sich an den bischöflichen Vikar und bewirkte tatsächlich den Freispruch der Frau. In einem Brief wetterte er gegen den Mönch: "...mit solchen Hirngespinsten schleppst du unschuldige Frauen zur Folter. Mit Geschwätz richtest du andere als Ketzer. Du, selbst ein Zauberer und so schlimm wie Faust und Donatus.".

Da Agrippa von Nettesheim in den letzten Jahren seines Leben ständig von einem großen schwarzen Hund begleitet wurde, blieb es natürlich nicht aus, daß man meinte, dieses Tier sei in Wirklichkeit sein dämonischer Hilfegeist und nehme nur aus praktischen Gründen die Gestalt eines Hundes an. Als nun Agrippa auf dem Totenbett lag, so erzählte man später, nahm er dem Hund sein - mit Zaubersprüchen und magischen Symbolen versehenes - Halsband ab und sagte zu ihm: "Geh nun, du verdammte Bestie, die du an allem meinem Unglück schuld bist!". Der Hund stürzte sich daraufhin sofort in den nahen Fluß und ertrank.

Quelle: Kleines Lexikon des Hexenwesens

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